Umweltschule-Blog

Baum des Jahres 2017

„So anstrengend habe ich mir das nicht vorgestellt“, meinte Ilya, als der letzte Spatenstich für ein 50cm tiefes Pflanzloch vollbracht war.

„Zu dem steinigen Boden müssen wir aber viel Pflanzerde geben“, sagte Finn, „damit der Baum gut anwächst.“

Trotz widriger Temperaturen schwitzten 12 Schüler aus der Klasse 5e, die stellvertretend für den gesamten Jahrgang den diesjährigen Baum des Jahres, eine Gemeine Fichte, auf das Schulgelände pflanzten.

Der gesamte Jahrgang beschäftigte sich mit dem Thema „Vom Wetter zum Klima“. Alle Schüler haben an der Experimentierwerkstatt „Klimawandel in Nordhessen“ teilgenommen. Dabei wurden viele spannende Versuche gemacht, bspw. wie funktioniert der Wasserkreislauf? Woher kommen die verheerenden Sturmschäden und welche Regionen sind warum am meisten betroffen? Was versteht man unter Bodenerosion, wo herrscht diese und inwiefern haben wir Menschen unseren Teil dazu beigetragen? Diese und viele weitere spannende und aktuelle Themengebiete wurden hierbei unter die Lupe genommen.

Damit es nicht nur theoretisch bleibt, ist es seit längerem Tradition an der Schule, dem Umweltgedanken auch praktische Beispiele folgen zu lassen. So werden Gelder gesammelt, Pflanzerde und Gerätschaften besorgt und mit Hilfe der Hausmeister ein geeigneter Standort für den jungen Baum ausgesucht. Zudem wurde die Pflanzaktion durch den Pflanzenhof Nordshausen unterstützt.

Die Gemeine Fichte wurde ausgesucht, weil es nur wenige Gebiete in Deutschland gibt, in denen die Fichte von Natur aus wirklich heimisch ist. Sie wäre – ohne Zutun des Menschen – eher eine regional sehr begrenzt vorkommende Waldbaumart, die es in den allermeisten Bundesländern gar nicht gäbe. Tatsächlich aber ist sie heute die zahlenmäßig stärkste Baumart in Deutschland. Sie ist in allen Bundesländern anzutreffen. Allerdings unterliegt auch sie der weltweiten Klimaveränderung und ist den starken Stürmen, hohen Temperaturen und oft längeren Trockenperioden ausgesetzt.

Das bedeutet zunächst einmal, dass die schon jetzt sehr großen Risiken in den Fichtenbeständen, die Sturmschäden und die Massenvermehrung vor allem von Borkenkäfern, noch deutlich zunehmen werden. Denn die Fichte gilt als diejenige Baumart, die wohl das schlechteste Anpassungspotenzial an die kommenden klimatischen Veränderungen unter den Waldbäumen hat. Die Fichte droht, vom Brotbaum zum Notbaum der deutschen Forstwirtschaft zu werden - und zum Klimaflüchtling, der es selbst in seinem ursprünglichen Lebensraum nicht mehr aushält!

baum des jahres 2017Die Schüler beim pflanzen des Baumes

 


 

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